Krankenversicherungen kennt jeder aus dem eigenen Leben. Sie sind nützlich und sinnvoll. Wie sinnvoll ist aber eine Versicherung für ein Haustier? Welche Unterschiede gibt es, worauf sollte man beim Abschluss einer Versicherung achten?

Unsere Haustiere werden statistisch gesehen immer älter. Das ist natürlich sehr schön, aber im Alter steigen auch oft die Kosten für tierärztliche Behandlungen. Vieles, was früher nicht behandelbar war hat nun oft sogar eine gute Prognose. Der tiermedizinische Fortschritt freut uns alle, hat natürlich aber auch seinen Preis!

Mittlerweile drängen immer mehr Gesellschaften auf den Markt. Es gibt etliche Anbieter. Leider ist es ein Irrglaube, dass die Anbieter immer Kenntnis vom Zielmarkt haben. Ihre Produkte sind gesetzeskonform, nicht mehr und nicht weniger. Leider ist es unerlässlich vor Abschluss einer Versicherung sich wirklich mit dem „Kleingedruckten“ auseinanderzusetzen. Gerade im Bereich der Ausschlüsse unterscheiden sich die einzelnen Anbieter enorm.

Welche Tarife gibt es?

Unterscheiden muss man zwischen einer

  • A: Operationskostenversicherung

und einer

  • B: Krankenvollversicherung

Operationskostenversicherungen decken die Kosten einer Operation ab, aber Vorsicht: nicht alles, was der Laie unter Operation versteht ist automatisch auch für die Versicherung eine abrechenbare Operation!

Beschreibung im Kleingedruckten einer Operationskostenversicherung:

„Eine Operation ist ein veterinärmedizinisch notwendiger chirurgischer Eingriff am oder im Körper des versicherten Tieres unter Narkose/Sedation/Lokalanästhesie zur Wederherstellung des Gesundheitszustandes. Hierbei muss die Haut oder darunterliegendes Gewebe mehr als punktförmig durchtrennt werden.“

Entscheidend ist hier der zweite Satz! Nicht versichert wäre also zum Beispiel eine Narkose, bei der ein Fremdkörper aus der Speiseröhre oder der Luftröhre entfernt werden muss. Dazu braucht es natürlich eine Narkose, aber die Haut wurde nicht durchtrennt! Ergo wäre dieser Fall nicht in der Versicherung miteingeschlossen.

Auch einen prophylaktische Reinigung der Zähne in Vollnarkose, die wirklich sinnvoll ist, ist so nicht versichert wenn kein Zahn gezogen werden muss.

Krankenvollversicherungen hingegen decken die Kosten bei Krankheit und Operation ab. Auch Internistik kann sehr teuer werden! Diese Kosten werden häufig übersehen oder vernachlässigt. Chirurgie ist vom Kostenrahmen zumeist auch besser überschaubar, wie die Behandlung eines internistischen Patienten. Aber auch hier gibt es Ausschlusskriterien

typische Ausschlüsse sind zum Beispiel:

  • Vorerkrankungen, weshalb sich der Abschluss einer Versicherung beim Jungtier empfiehlt. Beim Jungtier sind deshalb die Beiträge pro Monat auch zumeist günstiger, wie bei einem älteren Tier, da diese oft schon das ein oder andere Leiden haben.
  • angeborene Fehlentwicklungen (bspw. HD/ED/Brachiozephalen-Syndrom)
  • kosmetische Behandlung (können unter Umständen prophylaktische Behandlungen, wie Zahnreinigungen gemeint sein)
  • je nach Versicherung, ein Ausschluss bestimmter Erkrankungen

Ergänzen kann man die Tarife oft noch durch zusätzliche Vorsorgemaßnahmen, wie zum Beispiel Impfungen und Wurmkuren. Manche Tarife bieten auch hier Zuschüsse zu Kastrationen oder prophylaktischen Zahnbehandlungen.

Wozu entscheide ich mich nun?

Für Haustiere besteht leider keine Versicherungspflicht, was in mancher Situation zu einer starken finanziellen Belastung führen kann. Gerade Notfälle halten sich nicht an Öffnungszeiten. Im Notdienst kommen zur Notdienstgebühr auch noch erhöhte Kosten für die einzelnen Leistungen. Dies können sich dann bis zum 4fachen Satz der GOT bewegen. Was heißt das? Eine Leistung, die in der GOT im 1fachen Satz 10 Euro kostet, kostet dann im Notdienst 40 Euro. In Summe können, gerade im Notdienst, enorme Kosten auf den Besitzer zukommen. Aber auch die diagnostischen Möglichkeiten, die zum Glück auch in der Veterinärmedizin Einzug gehalten haben, sind oft sehr kostenintensiv, selbst bei Routineuntersuchungen. Als Beispiel wäre hier eine MRT Untersuchung bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall aufgeführt.

Empfehlenswert ist daher durchaus der Abschluss einer Tierkrankenversicherung. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Anbieter, bei denen zwischen verschiedenen Leistungspaketen ausgewählt werden kann. Wichtig ist aber sich das Kleingedruckte genau durchzulesen und ggf. auch nachzufragen, was mit den einzelnen Punkten gemeint ist. Eine gute Tierkranken-, oder OP-Versicherungen sollte den Erwartungen des Besitzers entsprechen! Denn: keine Versicherung kommt ohne Ausschlüsse aus! Die Details kann jede Versicherung für sich selbst regeln. Das macht leider den Vergleich der Versicherungen untereinander schwieriger, aber nicht unmöglich. Eine gute Versicherung garantiert Ihrem Tier die optimale medizinische Versorgung in (fast) jeder Lebenssituation.

Wir haben hier eine kleine Liste von möglichen Versicherungen zusammengestellt. Sie hegt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist einfach alphabetisch geordnet. Wir können keine explizite Empfehlung für genau eine dieser Versicherungen geben, da für jeden Besitzer andere Kriterien angelegt werden müssen, um die optimale Versicherung für genau dieses Tier und seine Lebensumstände abzuschließen!

      Wir haben für Sie einige Anbieter von Tierkrankenversicherungen zusammengestellt:

AGILA Haustierversicherung AG
www.agila.de
Tel.: 0800 723 701 1162

Allianz Deutschland AG
www.allianz.de
Tel.: 0800 4 720 113
Barmina Versicherungen
www.barmenia.de
Tel.: 0202 438-00
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
www.helvetia-petcare.de
Tel.: 069 1332 500
Tel.: 069 58 00 55 795

TIERdirekt GmbH
www.tierdirekt.de
Tel.: 08441 8719500
Tiergarant Versicherungsdienst GmbH
www.petplan.de
Tel.: 05031 917 3 000
Tiergarant Versicherungsdienst GmbH
www.santevet.de
Tel.: 069 95179902
Generalagentur der Uelzener Versicherungen
www.tierversicherung-uelzener.de
Tel.: 04131 24 71 85