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Notdienst; neue Regeln ab Morgen, dem 14.02.2020

Der Notdienst wird neu geregelt, ab morgen, Freitag 14.02.2020, tritt die neue Regelung in Kraft. Sie wurde nun endlich, nachdem sie (Vierte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenverordnung) mehrmals verschoben wurde, im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und ist damit verbindlich. Dadurch wird die Behandlung im Notdienst zwar für den Tierhalter teurer, soll aber insgesamt bewirken, dass der flächendeckende Notdienst erhalten bleibt.

Sicher wird es dem ein oder anderen schon aufgefallen sein, dass auch bei uns in der Region kaum noch ein durchgehender Notdienst angeboten wird. Man muss bei einem echten Notfall leider mittlerweile relativ weite Strecken in Kauf nehmen, um sein Tier versorgen zu lassen.

Wir bieten einen Notdienst an, allerdings auch nur nach telefonischer Anmeldung. Wir können leider keinen 24/7 Notdienst leisten. Ich denke, das kann jeder nachvollziehen. Man kann nicht 365 Tage im Jahr 24 Stunden am Tag sich nur in der Nähe der Praxis aufhalten, aber: Bei einem Notfall einfach unter der Praxisnummer anrufen. Befinden sie sich außerhalb unserer Telefonzeiten, so sind alle nötigen Informationen inklusive unserer Notfallnummer für sie auf dem Anrufbeantworter aufgesprochen. Ist dann nach Erhebung eines Vorberichtes am Telefon eine Versorgung bei uns in der Praxis möglich werden wir diesen gerne übernehmen, im anderen Fall werden wir sie umgehend an eine spezialisierte Klinik überweisen.

Was ändert sich ab dem 14.02.2020 nun für den Tierhalter bei einem Notfall konkret?

1: Neu: 59,50 Euro Notdienstpauschale (inkl. Mehrwertsteuer)

2: Ein Mindestsatz muss erhoben werden, dieser entspricht mindestens dem 2,0fachen Satz der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte)

3: Der Höchstsatz wird angehoben: Anders als in der “Alltags-GOT” (maximal dreifach) dürfen Tierärzte im Notdienst künftig bis maximal zum vierfachen des GOT-Einfach-Satzes abrechnen.

Die Abrechnung gemäß der GOT ist dabei PFLICHT!

Zu welchen Zeiten diese neuen Notdienstgebührensätze gelten, regelt die GOT ebenfalls mit genauen Zeitangaben:

  • Die Nacht beginnt täglich um 18.00 Uhr und endet um 8.00 Uhr des jeweils folgenden Tages.
  • Das Wochenende beginnt freitags 18.00 Uhr und endet um 8.00 Uhr des jeweils folgenden montags.
  • An gesetzlichen Feiertagen gilt die Notdienstgebühr von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr.

 

Wichtig:

Wenn Sie eine Tierkranken- oder OP-Versicherung abgeschlossen haben, sollten Sie abklären, ob diese neuen erhöhten Gebühren ebenfalls übernommen werden!

 

Notdienst; neue Regeln ab Morgen, dem 14.02.20202020-02-13T17:44:11+01:00

♪♫♪ …und der Haifisch der hat Zähne und die trägt er im Gesicht…♫♪♪♫

Mein Junghund, meine kleine Katze hat zu viele Zähne im Maul und nun…?

Aber alles der Reihe nach:

Katzen und Hundewelpen kommen ohne Zähne auf die Welt. Die ersten Zähnchen (Milchzähne) brechen circa zwei Wochen nach der Geburt durch. Als erstes bekommen die Kleinen ihre Schneidezähne und dann nach und nach alle anderen Zähnchen. Im Alter zwischen 8-12 Wochen sollte das Milchzahngebiss des Welpen komplett sein. Das sind dann beim Hund 28 Zähne und beim Katzenwelpe 26 Zähne. Die Milchzähne sind deutlich kleiner und spitzer wie die späteren, bleibenden Zähne. Die Milchzähnchen bleiben nicht sehr lange. Wie beim Menschen wechseln auch die Tiere vom Milchzahngebiss zum vollständigen Gebiss. Das vollständig entwickelte Gebiss umfasst dann beim Hund 42 Zähne und bei der Katze 30. Der Zahnwechsel beginnt schon mit dem 3. Lebensmonat und ist normalerweise mit 6 bis 7 Monaten abgeschlossen. Der Zahnwechsel erfolgt dabei etwas früher bei größeren Hunderassen und etwas später bei den Kleineren. Er gilt dann als abgeschlossen, wenn alle bleibenden Zähne durchgebrochen und soweit aus dem Zahnfach geschoben wurden, dass sie in Funktion sind.

Warum muss man jetzt mit seinem Welpen im Zahnwechsel eventuell zum Tierarzt?

Der Milchzahn fällt aus, der bleibende bricht durch, was soll da schiefgehen?

Auch ein Milchzahn hat eine Wurzel, die teilweise sogar recht lang sein kann. Die Wurzel des Milchzahns muss durch körpereigene Zellen aufgelöst werden. Die Zellen, die diesen Job übernehmen nennt man Odontoklasten. Die Milchzahnwurzel wird also bei einem normalen Zahnwechsel Stück für Stück von den Odontoklasten „aufgefressen“ und der Milchzahn beginnt zu wackeln. In Folge kann dann die verblieben Milchzahnkrone durch den nachfolgenden Zahn aus dem Kiefer geschoben werden. Der Milchzahn ist weg und der bleibende Zahn an seinem Platz.

Zahnwechsel, Milchzahnkrone
Zahnwechsel, persistierende Milchcanini

Treten bei Zahnwechsel Störungen auf, bleiben die Milchzähne erhalten und der bleibende Zahn muss sich einen anderen Platz suchen. Man spricht dann von persistierenden Milchzähnen. Meistens sind die großen Eckzähne (Canini) davon betroffen, aber auch bei allen anderen Zähnen können solche Störungen auftreten. Toy-, Zwerg- und Kleinhunde sind prozentual häufiger davon betroffen als Hunde größerer Rassen.

Dadurch dass der bleibende Zahn nicht an seine für ihn vorgesehene Stelle kann, kann es zu schweren und auch für das Tier sehr schmerzhaften Gebissfehlstellungen kommen. Dem gilt es vorzubeugen. Wird eine Störung im Zahnwechsel zu spät erkannt und der bleibende Zahn ist schon fest, an der falschen Stelle verankert, müssen komplizierte und langwierige Gebisskorrekturen durchgeführt werden.

Treten also Störungen beim Zahnwechsel auf sollte Sie mit ihrem Tier beim Tierarzt vorstellig werden.

Zahnwechsel, persistierende Milchcanini Katze
Zahnwechsel

Aber wie erkenne ich eine solche Störung überhaupt?

Sinnvoll ist es seinen kleinen Welpen spielerisch an die Kontrolle der Maulhöhle zu gewöhnen. Dies ist später in vielerlei Hinsicht von Nutzen. Tabletten können so einfacher eingegeben werden, „Zahn- und Maulprobleme“ werden schneller erkannt, auch dem Tierarzt erleichtert das die gründliche Untersuchung der Maulhöhle. Auch das Zähneputzen kann so schon trainiert werden und wird dann vom Tier akzeptiert.

Findet man nun bei seiner Kontrolle der Maulhöhle plötzlich, ganz in der Nähe des Milchzahns schon die Spitze des nächsten, später bleibenden Zahns, sollte man sich zum Einen merken, wann man diese Konstellation das erste Mal bemerkt hat und zum Anderen das Tier beim Tierarzt vorstellen. Dieser kann dann nach eingehender Untersuchung entscheiden, ob man noch einige Tage abwarten kann, oder ob man besser sofort zur Tat schreitet und die persistierenden Milchzähne in Narkose zieht! Das klingt erstmal etwas radikal, ist aber sinnvoll. So wird der Platz wieder frei und der bleibende Zahn, wandert an die richtige Stelle. Eine aufwändige kieferorthopädische Behandlung kann dann zumeist entfallen.

Müssen Zähne in Narkose entfernt werden sollte darüber auch stets der Züchter informiert werden. Probleme beim Zahnwechsel mit persistierenden Milchzähnen können nämlich auch vererbt werden. Sind sie aber in Narkose entfernt worden, entwickelt sich ein völlig korrektes Gebiss. Dass es mal eine Störung gab, kann später nicht mehr erkannt werden. Diese für den Züchter wertvolle Information würde also verloren gehen.

Eine andere Möglichkeit, wie es zu Problemen beim Zahnwechsel kommen kann, ist eine Infektion im Bereich der Zahnknospe. Aber wie kann eine solche Infektion entstehen?

Sie kann als Folge einer absteigende Infektion, zum Beispiel durch einen abgebrochenen Milchzahn auftreten. Der Milchzahn ist in der Mitte hohl und über diesen Hohlraum können Keime in die Tiefe gelangen und dann ganz in der Nähe der Zahnanlage des späteren Zahns ihr Unwesen treiben. Durch die Infektion nehmen zum Einen die Odontoklasten Schaden, also die Zellen, die für den Abbau der Wurzel des Milchzahns verantwortlich sind. Sie arbeiten nicht mehr richtig und lösen demzufolge die Wurzel des Milchzahns nicht mehr auf. Zum Anderen kann bei einer Infektion aber auch die Zahnanlage des bleibenden Zahns Schaden nehmen. Der bleibende Zahn kommt dann mit einem Defekt im Zahnschmelz aus dem Zahnfach. Dieser Defekt bleibt ein Leben lang bestehen, sieht nicht schön aus und ist eine Schwachstelle am Zahn.

Deshalb müssen auch abgebrochene Milchzähne, im Idealfall innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall, extrahiert werden.

Zahnwechsel, Defekt im Zahnschmelz

Noch ein paar wichtige Infos:

  • Die Wand der Milchzähne ist sehr dünn, deshalb kann so ein Zahn leicht abbrechen. Wenn Hunde miteinander spielen sollten Halsbänder, Geschirre etc. entfernt werden, damit der Welpe nicht mit seinen Zähnchen daran hängen bleiben kann.
  • Zerrspiele sind eigentlich noch nichts für die kleinen Zähne und sollten unterbleiben
  • Damit frühzeitig eingegriffen werden kann, empfiehlt es sich, eine regelmäßige Maulkontrolle durchzuführen
  • Auch der bleibende Zahn ist noch nicht so stabil, wie es auf den ersten Blick scheint
  • Vorsicht:

Voll belastbar und fest verankert in seinem Zahnfach ist der Zahn erst mit ca. 2 Jahren!

Die Pulpahöhle, also der Hohlraum im Zahn, in dem sich der Nerv und die versorgenden Gefäße befinden wird im Laufe der Jahre immer kleiner und die umgebene Schicht immer dicker und in Folge der Zahn immer belastbarer. Die nachfolgenden Röntgenbilder zeigen das eindrucksvoll. Ganz links das Röntgenbild eines jungen Hundes, mit großer Pulpenhöhle, ganz rechts das eines älteren Hundes mit einer kleinen Pulpenhöhle und einer massiven Wand.

Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Walter Korthäuer, 56170 Bendorf.

Zwei Jahre ist eine lange Zeit. Aber daran sollte man vor allem bei allen Sport- und Diensthunden denken, für die gerade der Einsatz der langen Eckzähne extrem wichtig ist. Durch ihre Länge können sie beim Zerren noch leichter frakturieren, wie alle anderen Zähne.

♪♫♪ …und der Haifisch der hat Zähne und die trägt er im Gesicht…♫♪♪♫

Mein Junghund, meine kleine Katze hat zu viele Zähne im Maul und nun…?2020-01-31T18:39:36+01:00

Skitourengehen für alle „Felle“

Wenn man den Winter mit seinem Vierbeiner zusammen im Schnee verbringen will, gilt es Einiges zu beachten. Schnell kann durch die Kanten der Ski oder des Rodels eine schwerwiegende Verletzung entstehen!

Aber der Reihe nach:

Welcher Hund eignet sich für den Wintersport?

Ideal ist natürlich, Ihr Hund liebt den Schnee genauso wie Sie selbst. Körperlich fit sollte er auch sein und entsprechende Kondition besitzen. Gerade das Laufen im Tiefschnee ist sehr anstrengend! Ist man sich unsicher, kann man den Hund im Vorfeld gerne beim Tierarzt und/oder Physiotherapeuten durchchecken lassen. Die Größe des Hundes ist oft gar nicht so entscheidend. Kleinere Hunde haben den Vorteil, dass man sie auch etappenweise im Rucksack transportieren kann, während große Hunde die gesamte Strecke selbst laufen müssen.

Wie bei allem sollte man klein anfangen. Also zu Beginn kurze, einfache Touren wählen. So kann man herausfinden, ob der Hund der Herausforderung gewachsen ist und genauso viel Spaß am Tourengehen hat wie man selbst.

Welche Ausrüstung ist notwendig

Neben der normalen Ausrüstung für sich selbst sollten folgende Dinge für den Hund mitgenommen werden:

Grundausstattung:

  • (Iso-)Matte für eine Rast
  • Leicht verdauliches Futter zur Belohnung
  • Wasser inklusive eines Napfes oder in eine geeigneten Hundetrinkflasche
  • Leine
  • Ggf. Hundepfeife
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung für den Hund (wir helfen Ihnen gerne bei der Zusammenstellung)

Zusätzlich sinnvoll können noch folgende Gegenstände sein:

  • Pfotenschutzschuhe, spezielle Fettcremes für die Pfoten
  • Im Hochgebirge eine Sonnenbrille für den Hund
  • Hundemantel
  • Bei Grenzüberquerung Heimtierausweis

Das Tragen von Hundeschuhen und einer Hundesonnenbrille, die nicht beschlägt, sollte vorab schon trainiert und positiv verknüpft werden.

Dass der Hund ein gutes Grundgehorsam besitzt, setzen wir natürlich voraus. Er muss auch beim Freilauf kontrollierbar sein, selbstverständlich auch bei Wildkontakt! Wildtiere dürfen nicht durch den Tourengeher und seinen Vierbeiner in ihrer Winterruhe gestört werden.

Idealerweise beginnt man mit Konditionstraining schon früh genug im Jahr. Dann sollte der Hund auch lernen „Spur zu gehen“. Das bedeutet, dass der Hund in der Spur der Skier oder der Schneeschuhe läuft, ohne einem dabei immer wieder „auf die Ski“ bzw. den Schneeschuh zu treten. Wenn der Hund das sichere Absitzen oder Abliegen beherrscht ist das auch ein großer Vorteil. So kann man seinen Hund später bei der Abfahrt absitzen lassen, ein Stück vorfahren und ihn dann abrufen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Ist der Hang relativ steil und der Hund kommt mit großem Tempo und bremst zu spät kann er noch in die Skier schlittern und sich auch so schwer an den scharfen Kanten verletzen. Am Besten versucht man seinem Hund beizubringen, dass er, ohne ein anderslautendes Kommando, nicht zu nahe an die Skier kommen darf. Als Maß für einen geeigneten Abstand eignet sich zum Beispiel die Distanz einer Skistocklänge. Auf flacheren Ziehwegen hingegen kann man den Hund zwischen die Beine nehmen, am Geschirr fixieren und langsam im Schneepflug fahren. Dabei wäre es wiederum von Vorteil, wenn der Hund das Kommando „Mitte“ schon kennt und zwischen den Beinen laufen kann.

Erste Möglichkeit: Hund vor Abfahrt absitzen lassen und danach abrufen!

Skitourengehen mit Hund, Schnittverletzung

Zweite Möglichkeit: Mit angeleintem Hund im Pflug abfahren.

Von den Kanten der Skier oder des Rodels geht eine sehr große Gefahr aus, die leicht unterschätz wird! Sie sind oft messerscharf und bei der entsprechenden Geschwindigkeit können sie sehr schwere Verletzungen verursachen! Sie können ohne Probleme Haut, Gefäße und Sehnen durchschneiden. Das kann im schlimmsten Fall sogar tödlich für den geliebten Vierbeiner enden!

Deshalb gerade VORSICHT BEI DER ABFAHRT, denn der gefährlichste Teil der Tour ist zumeist die Abfahrt.

Frische Schnittverletzung kurz nach dem Unfall beim Touren gehen

Verletzung nach dem Ausscheren und Säubern. Glück im Unglück ein glatter Schnitt nur durch die Haut

Schnittwunde nach dem Nähen

Das Tempo der gesamten Tour und gerade der Abfahrt muss immer an den Hund angepasst werden. Auch bei der Abfahrt ist es oft sinnvoll mal eine Pause einzulegen. Der Hund muss schließlich die gesamte Strecke durch den Tiefschnee laufen und kann nicht einfach so locker den Hang „runterwedeln“

Für alle, die sicher mit ihrem Vierbeiner unterwegs sein möchten: es gibt auch Hundeschulen, die entsprechende Kurse anbieten. Man muss ein wenig suchen und auch früh genug damit anfangen, viele Kurse gibt es leider nicht. Oft sind sie mit einem kleinen „Lawinehundeschupperkurs“ gekoppelt. Einfach vorab informieren, das beugt vielen Fehlern vor.

Auf die Gefahr, die von einer unüberlegten Tour bei schlechten Witterungsverhältnissen ausgeht, brauchen wir hier hoffentlich nicht explizit hinzuweisen. Dass man sich am Berg auskennen sollte, auch die Lawinengefahr im Auge behält und die entsprechende Ausrüstung bei sich hat, davon gehen wir aus!

In diesem Sinne viel Spaß mit eurem „Fellchen“ in den Bergen!

Hier noch einige nützliche Links:

2020-01-17T20:52:15+01:00

Warum kuscheln auf dem Behandlungsplan steht: Pflege von (Intensiv) Patienten in der Tiermedizin – Checkliste: THE RULE OF 20

(Intensiv-) Patienten brauchen neben der medizinischen Versorgung auch ganz viel Fürsorge.
Um den Überblick nicht zu verlieren schreiben wir Behandlungspläne. Diese enthalten neben den Medikamenten, die wann und in welcher Dosierung gegeben werden müssen, auch Punkte bezüglich Gassigehen und Punkte die sich auf die Fütterung beziehen. Die Nahrungsaufnahme ist bei unseren kleinen Patienten sehr wichtig. Wer gesund werden möchte braucht dazu auch Energie und die liefert die Nahrung. Wenn aber Schmerzen vorhanden sind oder sich das Tier unwohl fühlt, wird schnell mal die Nahrung verweigert. Deshalb gibt es einen weiteren Punkt, ein kleines Herz ♥. Dieses Herz muss wie alle anderen Punkte auf dem Behandlungsplan beachtet werden. Damit jeder im Team weiß, was schon gemacht wurde und nichts doppelt oder gar nicht gemacht wird, werden alle Punkte entsprechend abgehakt. An der Stelle mit dem ♥gilt es die Hektik um sich herum zu vergessen und sich bewusst Zeit für das Tier zu nehmen. Dabei wird gekuschelt und evtl. auch mal gespielt, wenn es der tierische Patient und das Krankheitsbild zulässt. Und das kleine ♥ gibt es pro Tag nicht nur einmal!

Aber warum nun RULE OF 20?

Nun es gibt eben eine Checkliste für Intensivpatienten. Mit ihrer Hilfe kann man den Behandlungsplan immer noch einmal überprüfen und feststellen, ob man auch wirklich an alles gedacht hat. Diese Checkliste enthält insgesamt 20 Punkte, die es bei der Behandlung und der Pflege des Patienten zu beachten gilt. Und ein Punkt davon ist:

TENDER LOVING CARE   (frei übersetzt „Streicheleinheiten“)

Ansonsten geben wir uns natürlich viel Mühe, den Aufenthalt Ihres Lieblings bei uns so angenehm wie möglich zu machen. Kuschelige Decken, eine Kiste zum Hineinlegen, oder eine Höhle zum Verstecken, einen Wärmelampe, oder ein wärmendes Kissen, Spielzeug, oder auch mal ein kleines Stück Stoff, dass nach Zuhause riecht.
Besuche der Besitzer sind zwar lieb gemeint aber leider (oft) kontraproduktiv. Die Tiere freuen sich enorm ihren Besitzer zu sehen, aber sie können nicht verstehen, warum sie nicht mit nach Hause dürfen. Oft fallen die Tiere nach so einem Besuch in ein tieferes Loch. Hunde fangen zum Beispiel oft an zu winseln und verweigern danach die Futteraufnahme komplett. Katzen hingegen verkriechen sich oft. Deshalb sind Besuche des Besitzers nicht immer gut, auch wenn es schwer fällt das zu akzeptieren!

Warum kuscheln auf dem Behandlungsplan steht: Pflege von (Intensiv) Patienten in der Tiermedizin – Checkliste: THE RULE OF 202020-01-11T09:51:40+01:00

Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Silvester

Liebe Zwei- und Vierbeiner,

Zwischen den Jahren sind wir für Notfälle unter der Handynummer: +491703421445 erreichbar.

Am Freitag, den 27.12., sowie Montag, 30.12. und Dienstag 31.12. ist die Praxis zwischen 9:00 Uhr und 12:00 Uhr geöffnet.

Ab dem 02.01.2020 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.

Wir wünschen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ihr Praxisteam Pattenham

Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Silvester2020-01-11T09:30:40+01:00

Gingiviahyperplasie

Dabei handelt es sich um Wucherungen des Zahnfleisches. Diese können solche Ausmaße annehmen, dass die Zähne gänzlich in ihnen verschwinden. Dann kann es auch passieren, dass sich der gegenüberliegende Zahn in das gewucherte Zahnfleisch bohrt, wenn das Tier den Kiefer schließt. Es beißt sich quasi selbst. Das ist wiederum mit erheblichen Schmerzen verbunden. Zusätzlich bilden sich tiefe Taschen zwischen den betroffenen Zähnen und dem überwuchernden Gewebe. In diesen (Pseudo-)Taschen können sich Futterbestandteile, Haare, Plaque und anderes Material sammeln. Dieses Fremdmaterial löst eine Entzündung aus, die ebenfalls mit Schmerzen verbunden ist. Die Gingiviahyperplasie ist normalerweise eine reine Erkrankung des Zahnfleisches. Der darunterliegende Knochen ist nicht beteiligt. Werden allerdings Entzündungen übersehen, kann in Folge der Entzündung der Knochen durchaus in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bei der Behandlung wird das überschüssige Gewebe in Vollnarkose entfernt. Nach der Behandlung muss zwingend eine gute Zahnpflege begonnen werden.

Leider kommt es ab und an trotz intensiver Zahnhygiene zu Rezidiven. Diese sollten dann erneut entfernt werden.

Es gibt Rassen, wie zum Beispiel den Boxer, die zu solchen Erkrankungen des Zahnfleisches neigen. Man spricht dann von einer Disposition für diese Erkrankung.

Gingiviahyperplasie2019-11-29T14:42:42+01:00

Kleiner Fahrplan für das erste Lebensjahr Ihres Welpen

Sie planen die Anschaffung eines Vierbeinigen Weggefährten?

Dabei gibt es einiges zu beachten. Soll es ein Rassehund sein? Welche Rasse habe Sie sich ausgesucht und was gibt es dabei zu beachten? Oder vielleicht lieber ein Mischling? Welche Bedürfnisse wird der Hund haben wenn er größer wird? Ist es eher ein Couch-Potato, oder ein Tier aus einer Arbeitslinie? Auch die Herkunft des Welpen muss bedacht werden. Stammt der kleine Welpe, den Sie sich ausgesucht haben, aus dem Tierheim, wird er von Privat abgegeben oder kommt er vom Züchter?

Wir beraten Sie gerne auch schon VOR der Anschaffung, damit es kein „unangenehmes“ Erwachen gibt, sobald der Welpe eingezogen ist!

Denn nichts ist schlimmer, als eine unüberlegte Anschaffung! Tiere, die dann plötzlich doch nicht bleiben dürfen, weil die Rasse des Hundes und damit seine Veranlagungen so gar nicht zum dazugehörigen Menschen passt. Oder weil vielleicht der auserwählte Hund schwer krank ist -Stichwort Rassedispositionen- und man ihn sich einfach nicht mehr leisten kann.  Solche Tiere landen dann zum Teil im Tierheim, oder werden zu „Wanderpokalen“. Dies gilt es im Vorfeld schon zu verhindern.

Im Anhang noch eine kleine Welpenfibel zum downloaden mit allen wichtigen Informationen für das erste Lebensjahr.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns. Und nun viel Spaß beim Lesen 🙂

Hier die Welpenfibel für Ihren Hund zum downloaden!
Kleiner Fahrplan für das erste Lebensjahr Ihres Welpen2019-11-05T18:02:35+01:00

Nachhaltigkeit, ein Thema für eine Tierarztpraxis?

Plastikmüll und dessen Vermeidung ist ein Thema, dass zur Zeit in aller Munde ist. Auch wir wollen unseren Beitrag leisten.

Es ist Wahnsinn, wieviel Müll im Bereich Medizin anfällt. Vom Verpackungswahnsinn bei Bestellungen wollen wir mal gar nicht reden. Aber darauf haben wir leider wenig Einfluss, außer unsere Lieferanten immer wieder darauf hinzuweisen. Einmalartikel sind in der Medizin mittlerweile die Regel. Das ist auch in vielen Teilen gut so, denn:

  • niemand möchte mehr Glasspritzen benutzen, die dann nach jeder Injektion gereinigt werden müssten
  • oder für Injektionen eine Stahlkanüle nutzen müssen, mit der schon etliche Male gestochen wurde und die demzufolge stumpf ist
  • oder mit einem stumpfen Skalpell operieren müssen
  • oder, oder, oder

Dazu kommt, dass diese medizinischen „Utensilien“ ein Vehikel für Krankheitserreger sein können, wenn sie nicht korrekt gereinigt und sterilisiert werden.

Aber, warum kann man zum Beispiel keine OP-Tücher oder Kittel aus Stoff benutzen?

Sie bedeuten natürlich einiges an Mehrarbeit: Waschen, Trocknen, Bügeln, Zusammenlegen, Verpacken, Kennzeichnen, Autoklavieren.

Da ist Auspacken, Benutzen und dann Wegwerfen natürlich wesentlich einfacher.

 

Wir haben uns entschlossen den aufwändigeren Weg zu gehen. Das mag vielleicht in der Ökobilanz am Ende doch nicht passen, weil man Strom, Wasser, Waschmittel, Abwasseraufbereitung etc. auch noch mit einrechnen muss, aber es spart definitiv einen Haufen Plastikmüll! Wie und wo dieser wirklich recycelt wird ist eh fraglich. Oft wird er doch einfach verbrannt, oder exportiert.

Wir nehmen wir die Mehrarbeit gerne in Kauf, um unseren Beitrag (im Rahmen unserer Möglichkeiten) für die Umwelt zu leisten.

Nachhaltigkeit, ein Thema für eine Tierarztpraxis?2019-10-24T09:10:41+02:00

Liebe Zwei- und Vierbeiner,

Wegen einer Fortbildung ist die Praxis am Freitag, den 27. September 2019 geschlossen.
Ab Montag, den 30. September 2019, sind wir dann wieder ganz normal für Sie erreichbar.

Ihr Team der Tierarztpraxis Pattenham

2019-10-11T13:05:41+02:00

Sommer, Sonne, aufgeheizte Wohnung, Lüften, gekipptes Fenster…

Das Kippfenstersyndrom, eine unterschätzte Gefahr für kleine Tiger auf Entdeckungstour!

Katzen gehen gerne auf Entdeckungstour, ein gekipptes Fenster kommt da gerade recht. Das es zur tödlichen Falle werden kann, merkt die Katze erst viel zu spät! Sie steckt im Fensterspalt fest und beim Versuch sich zu befreien rutsch sie dabei immer tiefer. Dabei werden die Organe und auch die Hauptschlagader (Bauchaorta) gequetscht und die Durchblutung der Hinterbeine unterbrochen. Es kommt zu einer Ischämie (Minderdurchblutung) in deren Folge Muskeln und Nerven nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Im Gegenzug können die entstandenen Abfallprodukte der Zellen aber auch nicht mehr entsorgt werden. Es entsteht eine Übersäuerung, einer sogenannten Acidose der Muskulatur, die äußerst schmerzhaft ist. Im weiteren Verlauf kann es sogar zum Absterben der Muskelzellen und zur Schädigung der Nerven kommen. Es entsteht eine „ischämische Neuropathie“. Das bedeutet, dass die Hintergliedmaßen und auch die Rute eine schlaffe Lähmung zeigen. Zusätzlich können die Schleimhäute von Darm und Harnblase geschädigt werden. Auch die Funktion der Harnleiter kann beeinträchtigt werden. Die Bauchwand kann so stark gequetscht sein, dass eine Fettgewebsnekrose (absterben der Zellen) entsteht. Nicht zuletzt verletzten sich die Tiere teilweise auch an der Wirbelsäule selbst.

Aber die Katze aus dieser Situation zu befreien bedeutet nicht gleichzeitig, dass keine Gefahr mehr besteht! Die Katze sollte im Anschluss schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden. Idealerweise meldet man sich als Notfall vorher an. So kann alles schon passend hergerichtet werden und es vergeht keine unnötige Zeit. Meistens kommen die Tiere schon im lebensbedrohlichen Schock an. Die Schleimhäute sind blass, die Herzfrequenz erhöht und die Katzen haben oft auch Untertemperatur. Die Hintergliedmaßen und der Schwanz sind meist gelähmt, die Muskulatur verhärtet und hochgradig schmerzhaft. Häufig ist kein Puls mehr in den Hintergliedmaßen tastbar und die Gliedmaßen selbst fühlen sich kalt an. Die Reflexe der Hinterbeine sind entsprechend reduziert oder auch gar nicht mehr vorhanden.

Bei der Therapie steht die Behandlung des Schocks an erster Stelle.

Dazu bekommen die Katzen eine Infusionslösung, um das Herz-Kreislaufsystem zu stabilisieren und die Nierenfunktion aufrecht zu erhalten. Neben Sauerstoffgaben und Wärme wird auch eine adäquate Schmerztherapie benötigt. Oft werden sehr starke Schmerzmittel wie Opioide verwendet, denn die verhärtete Muskulatur erzeugt erhebliche Muskelschmerzen. Auch Laborwerte, wie z.B. die Nierenwerte und die Elektrolyte, müssen überwacht werden. Entsprechend der Laborwerte muss die Therapie angepasst werden. Eine Verletzung der Wirbelsäule kann ebenfalls vorkommen und muss gegebenenfalls über die Anfertigung von Röntgenaufnahmen ausgeschlossen werden.

Die Katzen bleiben zumeist einige Tage stationär und müssen intensiv überwacht werden, da nach der einsetzenden Reperfusion (Wiederdurchblutung des zuvor abgequetschten Gewebes) alle Stoffwechselprodukte plötzlich wieder in den Kreislauf kommen. Diese Stoffwechselprodukte können nach Stunden oder sogar erst nach einigen Tagen zum Tod des betroffenen Tieres führen. Erst wenn diese anfängliche kritische Phase überwunden ist, ist die Katze außer Lebensgefahr.

Eine Physiotherapie kann in der Heilungsphase die Katze wesentlich unterstützen. Die eingesetzten Techniken dienen der Regeneration der geschädigten Strukturen und dem Wiedererlangen eines ungestörten Gangbildes. Wird die anfängliche kritische Phase überlebt, haben die Katzen eine günstige Prognose. Allerdings bleiben bei einigen Katzen leichte Gangstörungen zurück. Umso wichtiger ist es, vor dem Verlassen der Wohnung alle Fenster zu schließen oder entsprechende Gitter an den Fenstern anzubringen, damit der Entdeckungsdrang der kleinen Tiger nicht zur tödlichen Falle werden kann!

Sommer, Sonne, aufgeheizte Wohnung, Lüften, gekipptes Fenster…

Das Kippfenstersyndrom, eine unterschätzte Gefahr für kleine Tiger auf Entdeckungstour!2019-08-27T18:16:35+02:00